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Aus der Stadtratsfraktion – Wohnungsbau ohne Investoren?

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine Meldung über den angespannten Wohnungsmarkt in den Medien zu lesen ist. Nun ist Halle zwar nicht Berlin, aber auch hier sind Wohnungen in bestimmten Gebieten rar. Dazu zählt zweifelsfrei die Innenstadt. Die Wohnbauflächenbedarfsermittlung 2021 kommt zu dem Schluss, dass in den folgenden Jahren ein Bedarf von rund 2.300 qualitativ hochwertigen Wohneinheiten besteht. Nun könnte man zwar meinen, dass es bei ungefähr 12.000 leerstehenden Wohnungen keinen Bedarf geben dürfte, es handelt sich dabei aber eben nicht um Wohnungen, die den gewachsenen Ansprüchen der Leute genügen. Mit qualitativ hochwertigen Wohnungen sind eben nicht die Plattenbauten aus DDR-Zeiten gemeint. Die Leute wünschen sich moderne Grundrisszuschnitte sowie höhere Ausstattungsmerkmale. Dinge wie die barrierefreie Gestaltung spielen dabei ebenso eine Rolle wie hohe Energiestandards oder smart home Ausstattungen. Zudem ist die Lage für viele entscheidend, die ÖPNV-Anbindung oder die Nähe zum Fluss.

Die Stadt ist natürlich nicht selbst in der Lage, solch einen qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen und ist daher auf Investoren angewiesen. Derzeit erleben wir aber immer wieder im Stadtrat, wie es solchen Investoren besonders schwer gemacht wird, solche Projekte umzusetzen. Da werden von politischen Mitbewerbern Auflagen erteilt, welche Projekte an die Grenze des wirtschaftlich realisierbaren bringen oder Investoren zur Aufgabe zwingen. Das jüngste Beispiel ist die Wohnbebauung in der Mansfelder Straße. Der Investor hat sich viel Mühe gegeben, die historische Bausubstanz dabei weitestgehend zu erhalten und trotzdem ein qualitativ hochwertiges Angebot zu schaffen. Darunter sind Tiefgarage, Gewerbefläche, begrünte Dächer, barrierefreie Zugänge, Sozialwohnungen als auch eine über das erforderliche Maß herausgehende Ersatzneupflanzungen von Bäumen. Nun hat der Stadtrat Auflagen beschlossen. Zum Beispiel ist durch den Beschluss zum Erhalt des alten Baums die Tiefgarage nicht mehr realisierbar. Der geplante Supermarkt wurde in kleinteilige Einzelhandelsflächen geändert, wie erfolgreich sowas ist, sieht man auf der gegenüber liegenden Straßenseite.

Wenn wir so mit Investoren umgehen, werden wir die städtebaulichen Probleme in der Stadt nicht in den Griff bekommen.